Weiterentwicklung

Über die Schwerpunkte ihres Œuvres, den «Folded Storys», hinaus, geht Warja immer wieder neue Wege gegangen und hat sowohl mit Medien wie auch mit Inhalten experimentiert. So setzt sie immer wieder neue Akzente, probiert Neues aus und entwickelt sich und ihre Kunst über die rund sechs Jahrzehnte ihres Schaffens weiter. Trotzdem bleibt sie ihrer künstlerischen Umsetzung im Rahmen des Zeichens und der Überlieferung treu und betrachtet in diesem Sinne diese Grundelemente von vielen Seiten stetig neu.
Wichtig sind Warja der Blick von Kunstschaffenden auf unsere Gesellschaft sowie philosophische und gesellschaftspolitische Fragestellungen. So entstehen Bilder auf Leinwand mit aufgeklebtem Schnürsenkel und Zeitungsausschnitten, Piktogramme im Offsetdruck oder Filme, in denen ihre Zeichen Bewegung annehmen (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique, IRCAM, Centre Pompidou). Sie kreiert auch ein Zeichen-Alphabet, mit dem sie Gedichte visualisiert («perzeptionen», Selbstverlag, 1973). Auch kleine Wandskulpturen mit witzigen Motiven gehören zu ihrem Inventar.
Warjas Faltgeschichten werden auch als Lehrmittel für Kinder eingesetzt, die diese Geschichten weiterzeichnen und sich dazu ihre eigenen Geschichten ausdenken können.

Paper Art
Anfang der 1970er-Jahre beginnt Warja mit handgeschöpftem Papier zu experimentieren. Das Werk «Dialogue» (1985) beispielsweise entsteht als Projekt für die erste internationale Biennale der Papierkunst (Leopold-Hoesch-Museum, Düren, 1986). Die Skulpturen formt Warja aus Papiermasse, sie ist dafür in François Lafrancas Papiermühle bei Locarno zu Gast. Mit den papiers modulés erschliesst sich Warja ein neues künstlerisches Medium, nämlich das der Paper Art, doch sie bleibt ihren Künstlerbüchern konzeptuell treu. Den Papierbögen, die wie aufgeklappte überdimensionale Buchrücken aussehen, fügt sie Löcher und Risse zu und färbt sie farbig oder schwarz. Sie bezeichnet diese und andere Paper-Art-Werke auch als livres sculptés.