Barbara Esther Lavater wird am 28. September 1913 in Winterthur geboren. Ihr Vater,
Emil Lavater (1882–1962), ist Ingenieur, Vertreter und Personalleiter der
Maschinenfabrik Gebrüder Sulzer in Winterthur. Die Mutter, Mary Lavater-Sloman
(1891–1980), stammt aus einer Hamburger Reederei-Familie und ist Schriftstellerin.
Barbara ist die älteste Tochter von vier Kindern. Ihren Rufnamen «Warja» erhält sie
durch ein russisches Kindermädchen, als die Familie ab 1914 in Moskau lebt.
1918 müssen die Lavaters unter schrecklichen Umständen aus Moskau fliehen, nachdem
ihnen die Bolschwiken alles gestohlen haben. Sie kehren nach Winterthur zurück. 1920
wird Emil Lavater nach Athen versetzt. Warja lebt dort mit ihrer Familie während
zwei Jahren und wird von ihrer Mutter unterrichtet. Ein grosser Teil des Unterrichts
betrifft die griechischen Göttersagen. Zurück in Winterthur besucht Warja das
Gymnasium, bricht aber die Ausbildung vor der Matura ab.
Ausbildung
931 beginnt Warja ihre Ausbildung an die
Kunstgewerbeschule Zürich. Nach dem Vorkurs, der nach Johannes Itten aufgebaut ist,
wird sie in die Grafikklasse von Ernst Keller aufgenommen und lernt bei ihm die
Grundlagen des Gestaltens. Keller beginnt seine Stunden «immer mit dem Wichtigsten»,
dem schriftgrafischen Zeichnen, wie sich Warja rückblickend erinnert. Es geht dabei
um Fragen der visuellen Komposition und Wirkung sowie der praktischen Durchführung
von der Skizze zur Reinzeichnung. Im März 1935 schliesst sie ihre Ausbildung zur
Grafikerin mit einem Diplom ab. Ihre Leistungen werden mit einer Gesamtnote von gut
bis sehr gut bewertet und die Berufsfähigkeit wird ihr attestiert. Noch Jahre später
ist Warja voller Bewunderung und Dankbarkeit für ihren Grafiklehrer: «Ein Lehrer,
der wie zugeschnitten, für meine Art mich auszudrücken, war, der mir alles
beibrachte, das ich in der Folge, mein ganzes Leben lang angewendet und
weiterentwickelt habe.»